SPÄTER FROST – Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson


Die Deutsch-Schwedin Stina Forss zieht von Berlin ins schwedische Växjö. Sie ist bereits einige Jahre Kriminalbeamtin aber muss in Schweden noch eine Art Ausbildung durchlaufen, um dort als vollwertige Ermittlerin arbeiten zu können. Sie wird der Abteilung von Ingrid Nyström zugeteilt und noch am Tag ihres Arbeitsbeginns wird das Team zu Schauplatz eines Mordes gerufen.
Bei dem Ermordeten handelt es sich um einen alten Engländer, einen Schmetterlingszüchter, der seit mehr als fünfzig Jahren zurückgezogen in seinem Haus nahe Växjö lebte. Er wurde auf eine besonders grausame Art in seinem Schmetterlingshaus hingerichtet und auf eine Weise zurückgelassen, die einen Racheakt oder eine besondere Botschaft nahelegt.
Das Team sichert die Spuren und beginnt in der Nachbarschaft mit Befragungen doch schnell zeigt sich, dass hinter dem alten Mann wesentlich mehr steckt, als man zunächst annahm. Er verbarg mehr als nur ein Geheimnis, gleich mehrere Ungereimtheiten lassen die Ermittler bis in die höchsten Kreise der schwedischen Gesellschaft vorstoßen und sogar bis ins ferne Jerusalem.
Für mich war das Buch von Anfang bis Ende sehr flüssig zu lesen und bot eine wirklich interesante Geschichte. Der nüchterne Erzählstil passt gut zum winterlich-nordischen Schauplatz des Geschehens und zu den Charakteren. Die erfahrende Ingrid Nyström als Chef-Ermittlerin, streng religös und ein wenig spießig aber hochintelligent und die sehr viel jüngere „Neue“ – Stina Forss, gerade aus Deutschland angereist, unkonventionell, impulsiv und privat sehr verschlossen, bilden den Kern des Teams, zu dem noch ein paar weitere, teiweise recht eigenwillige Personen gehören. Mir gefiel dieses bunt gemischte Team, dessen Charaktere sehr gut eingeführt und konsequent weiterentwickelt wurden.
Der Verlauf der Ermittlungen wird sehr gut nachvollziehbar dargestellt und die historischen und gesellschaftspolitischen Aspekte der Geschichte gaben genügend Anreiz, stets neugierig, bis zum überraschenden Ende, weiterzulesen.

Fazit: Später Frost ist ein gut durchdachter Kriminalroman, der wirklich unterhaltsame Lesestunden bieten kann. Es ist genau der richtige Lesestoff für trübe Herbst- und Wintertage – nicht zu schwer zu lesen aber auch keine leichte Lektüre.

Wertung 6 von 10 Punkten

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.