RECKLESS – STEINERNES FLEISCH – von Cornelia Funke


Jacob Reckless findet bereits als 12jähriger den geheimen Übergang seines Vaters in die Spiegelwelt. Nachdem sein Vater spurlos verschwand, nutzt Jacob den Spiegel in dessen Büro immer öfter, um der realen Welt in die andere Welt zu entfliehen. Dabei bemüht er sich immer, dies vor seinem jüngeren Bruder Will zu verheimlichen, denn die Welt hinter dem Spiegel birgt viele Gefahren.
Nach vielen Jahren jedoch passiert es. Will entdeckt den Übergang und benutzt ihn und in der Spiegelwelt wird er von etwas angegriffen und verletzt und ist von da an mit dem Fluch des steinernen Fleisches behaftet. Es wächst in ihm und ersetzt nach und nach sein eigenes Fleisch. Will droht zu etwas zu werden, dass in der Spiegelwelt gefürchtet ist und dass den Menschen in ihm komplett auslöschen wird.
Sein Bruder Jacob will ihn um alles in der Welt von diesem Fluch befreien. Gemeinsam mit seiner Begleiterin Fuchs, einer Gestaltwandlerin und Wills Freundin Clara, die es ebenfalls geschafft hat, den geheimen Durchgang zu entdecken und natürlich Will, macht er sich auf den Weg, eine Mittel gegen den Fluch zu finden.
Die Reise führt die Gruppe an gefährliche Orte und lässt sie auf Fabelwesen treffen, die teilweise ganz anders sind, als man es in unserer Welt erwarten würde. Die Zeit läuft ihnen davon und Jacob muss mehr als sein Leben riskieren, um seinen Bruder zu retten. Dabei wird er ungewollt zum Helfer bei einer Verschwörung und muss sich für eine Seite entscheiden.
Mit der ersten Hälfte des Buches hatte ich so meine Schwierigkeiten. Man wird direkt in die Geschichte hineingeworfen, ohne Erklärungen der Umstände, der beteiligten Wesen und Eigenarten der Spiegelwelt. Immer wieder gibt es Andeutungen, die sich auf Dinge und Begebenheiten beziehen, welche man aus Grimms Märchen kennt (Zauberkämme, goldene Haare usw.). Nicht immer sind diese angedeuteten Dinge relevant für die Geschichte, was das Ganze recht störend macht.  Ebenfalls unnötig erschienen mir die ständigen „Vorausahnungen“ oder „Rückblenden“ in Form sehr kurzer, kursiv gedruckter Gedankeneinwürfe. Die häuften sich am Anfang, was nervte – und es war außerdem nicht immer ganz klar, von wem diese Gedanken gerade waren.
Die Geschichte startete nur mäßig spannend, was sich zur Mitte des Buches hin jedoch änderte. Ab hier hatte ich mich eingelesen und mich an den Schreibstil gewöhnt. Und solche Wesen wie der Schneider und die Kinderfresserin ließen die Hoffnung auf etwas mehr Spannung aufkommen. Die wurde nicht enttäuscht, denn die Geschichte spitzte sich rasant zu und wurde zum Teil auch weniger vorhersehbar. Das letzte Drittel des Buches begeisterte mich zunehmend, denn die zwielichtigen Feen, blutrünstigen Einhörner, die unterirdische Stadt der Goyl und die Intrige einer Königin waren Zutaten, die der Geschichte die anfangs vermisste Spannung und Originalität verliehen.
Fazit: Alles in Allem ist es ein passables Jugendbuch. Es gibt Drama und Romantik, viel Märchenhaftes und einen recht guten Schluss. Den zweiten Teil werde ich sicher irgendwann auch lesen.

Wertung 5 von 10 Punkten

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