LEGEND – FALLENDER HIMMEL – Marie Lu

Roman

Marie Lu

Loewe-Verlag
Gebundene Ausgabe
363 Seiten

Eine Dystopie, die im Los Angeles der Zukunft spielt. Day ist 15 und rebelliert gegen ein korruptes totalitäres Regime. June ist ebenfalls 15, Musterschülerin, Kadettin und regimetreu. Die Wege der beiden treffen sich, als Junes älterer Bruder ermordet wird – von Day. Sie wird auf Grund ihrer besonderen Leistungen während ihrer Ausbildung als Ermittlerin eingesetzt  mit dem Auftrag, Day ausfindig zu machen.
Dies gelingt ihr und sie liefert den Rebellen an den Staat aus. Ihn erwartet nun die Todesstrafe. Doch June hat sich in den Jungen verliebt und nicht nur das – er erzählt ihr Dinge über den von ihr so geliebten Staat, die sie nicht glauben kann und will. Doch als sie auf Ungereimtheiten im Todesfall ihres Bruders stößt, forscht sie nach und findet in dessen Tagebüchern Hinweise, die bekräftigen, was Day ihr bereits sagte und die dazu noch Aufschluss über den Tod ihrer Eltern geben. Nun muss sie eine Entscheidung treffen – weiterhin ein geregeltes Leben in Wohlstand führen und glauben, was der Staat vorgibt zu sein oder die Wahrheit aufzudecken, Day zu retten und in den Untergrund zu gehen.

Meine Erwartungen an dieses Buch, welches seit Monaten mit erheblichem Aufwand beworben und teils in höchsten Tönen gelobt wird, waren entsprechend hoch. Doch bereits nach den ersten Seiten musste ich meinen Anspruch zurücknehmen – es ist ein Jugendbuch  – und zwar keines von denen, die auch für Erwachsene geeignet sind. Das wird sehr schnell klar. Der Schreibstil ist extrem vereinfacht, die Sätze sehr kurz, die Wortwahl auf einen Standard-Wortschatz begrenzt. Das ist nicht unbedingt negativ und mag dem Lesealter angepasst sein – wobei  ich den (laut Empfehlung) 14 bis 17jährigen Lesern wesentlich mehr zutrauen würde.
Verwirrend finde ich die Erzählperspektiven. Es wird im Präsens erzählt und zwar abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Day und June. Hierbei war es schwierig, immer gleich zu wissen, wer gerade seine Geschichte erzählt. Legte man das Buch kurz aus der Hand und wollte dann innerhalb eines Kapitels weiterlesen, musste man teilweise erst zum Kapitelanfang zurückblättern, um zu schauen, wer „Ich“ gerade ist (die Kapitel sind schlauer Weise immer mit dem Namen des Erzählers überschrieben).
Trotzdem ist die Geschichte recht einfach und gut strukturiert sowie spannend erzählt. Nun kommt aber das große WENN – ja, wenn man nicht bereits nach den ersten Kapiteln durchschaut hat, worauf alles hinausläuft und wie es endet. Leider ist es Marie Lu nicht gelungen, Hinweise subtil genug und im zeitlichen Ablauf geschickt zu platzieren.
Auch die Idee, ein militärisch geprägtes totalitäres Regime vorauszusetzen, in welchem ein Anführer verherrlicht, eine Elite herangezüchtet und das einfache Volk möglichst dumm gehalten bzw. für unethische Zwecke ausgenutzt sowie natürlich ein Krieg gegen andere Mächte geführt wird, ist nicht gerade innovativ und hätte präziser erdacht und mit ausgefalleneren Methoden aufgepeppt sein müssen, damit sie nicht langweilt.
Die Charaktere Day und June sind recht gut beschrieben und besonders June in ihrer Zerrissenheit zwischen Loyalität, Rache, Liebe und Wahrheit hat mich beeindrucken können. Die Liebesgeschichte um die beiden ist für Erwachsene etwas weniger glaubhaft aber ich denke, der Zielgruppe entsprechend durchaus angemessen (sofern man das empfohlene Lesealter etwas niedriger ansetzt).

Fazit: Ein schönes Buch für die jüngeren Leser mit wenig Leseerfahrung. Leider keine Empfehlung für  erwachsene Leseratten, da es zu leicht durchschaubar und sprachlich zu anspruchslos ist.

Wertung: 4 von 10 Punkten

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