DER KREIS DER RABENVÖGEL – Kate Mosse

Im Alter von 12 Jahren verliert Connie Gifford nach einem Treppensturz ihr Gedächtnis. Ihre gesamte Kindheit ist auf einen Schlag ausgelöscht. Auch 10 Jahre später sind ihre Erinnerungen noch nicht zurückgekehrt. Connies Vater Crowley, ein Vogelpräparator, mit dem sie zurückgezogen im Süden Englands lebt, ist ebenfalls keine e: Er meidet das Thema, driftet immer mehr in den Alkoholismus ab. Eines Tages jedoch ist Crowley plötzlich wie ausgewechselt. Er wirkt verzweifelt, ist kaum noch ansprechbar, redet wirr. Als wenig später die Leiche einer jungen Frau auf dem Grundstück der Giffords gefunden wird, verschwindet Connies Vater spurlos. Zu diesem Zeitpunkt lernt Connie einen jungen Mann kennen, Harry Doyle, dessen Vater ebenfalls vermisst wird ist. Die beiden stellen fest, dass ihre Väter sich offenbar kannten, und machen sich gemeinsam auf die Suche nach ihnen. Das Geheimnis, dem sie dabei nach und nach auf den Grund kommen, birgt für beide eine fast unerträgliche Wahrheit.

Das Thema der durch ein Trauma verursachten Amnesie und eines sich durch langsam wiederkehrende Erinnerungsfetzen zusammenfügenden Puzzles ist nicht neu und wird hier lediglich im Zeitraum des frühen 20. Jahrhunderts angesiedelt und inhaltlich mit dem taxidermischen Hintergrund des Vaters ein wenig aufgepeppt. Auch was die Ursache des Traumas und die sich daraus ergebenden Konsequenzen betrifft, die zu mehreren Morden führen, begibt sich die Autorin auf vielfach erprobtes Terrain. Für erfahrene Krimi- und Thriller-Leser gestaltet sich die Geschichte deshalb sehr vorhersehbar. Der als Spannungsroman mit Schauerelementen angekündigte Titel entpuppt sich als eine sich träge entwickelnde und leicht durchschaubare Kriminalgeschichte, die immerhin atmosphärisch und sprachlich ein wenig punkten kann.

Autor:             Kate Mosse
Verlag:           Droemer

Bewertung:   4 von 10 Punkten

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