HÜTER DES TODES – Lincoln Child

hüterJeremy Logan ist Enigmatologe. Er beschäftigt sich mit unerklärlichen und möglicherweise übernatürlichen Phänomenen. Der berühmte Schatzsucher und Multimillionär Porter Stone engagierte ihn, für sein neuestes Projekt. Er will das Grab des ersten Ägyptischen Pharaos und Gottkönigs Narmer finden. Im Gegensatz zu dem seiner Nachfolger liegt Narmers Grab jedoch nicht in der Wüste Ägyptens sondern im Sudd – einem lebensfeindlichen Sumpfgebiet im Sudan. Auf schwimmenden Plattformen wurde dort ein riesiges Forschungszentrum errichtet, Taucher suchen jeden Quadratmeter des Sumpfes ab und immer wieder kommt es zu seltsamen Phänomenen – Dinge verschwinden, Maschinen und Anlagen werden sabotiert, die Mitarbeiter berichten von Stimmen und Erscheinungen und schließlich gibt es auch Todesfälle. Logan soll dem auf den Grund gehen. Doch neben den Dingen, die ihm die Mitarbeiter berichten und die er selbst wahrnimmt, gibt es noch etwas anderes Seltsames. Der Stationsarzt, Dr. Rush, der sich seit Jahren mit Nahtoderfahrungen und angeblich dadurch bedingten übernatürlichen Fähigkeiten der Betroffenen beschäftigt, hat seine Frau mitgebracht. Und wie es aussieht, wird sie, die vor Jahren für genau 14 lange Minuten klinisch tot war und wieder zurückgekehrt ist, für ein ganz spezielles Experiment benutzt.
Logan spürt deutlich, dass etwas sehr böses in diesem Sumpf lauert und je näher sie dem Grab kommen, desto zerstörerischer treibt es sein Unwesen. Doch hat dieses Böse etwas mit dem Grab des Pharaos und dem darauf lastenden Fluch zu tun? Ist es gar der Pharao selbst, der über sein Grab wacht oder ist es etwas ganz anderes?

Für diese Geschichte greift Child gleich zwei Mysterien auf – den Fluch eines Pharao und Nahtod-Erfahrungen und deren Auswirkungen auf die Betroffenen. Ersteres ist weithin bekannt und dürfte kaum noch jemanden großartig beeindrucken. Doch Letzteres ist ein sehr spannendes Thema, welches mir im Laufe der Handlung leider etwas zu kurz gekommen erscheint. Die Erklärung für das was mit der Frau von Dr. Rush während der 14 Minuten ihres Todes passierte und was das für Auswirkungen auf das Experiment am Pharaonengrab hat, ging am Ende leider etwas unter bzw. wurde zu schnell abgehandelt.
Davon abgesehen, ist das Buch durchaus ein Pageturner. Es ist spannend und hochinteressant von der ersten bis zur letzten Seite. Die Charaktere passen auch. Der Sympathieträger ist eindeutig der Enigmatologe Logan. Dr. Rush kommt einem direkt etwas merkwürdig vor und seine Frau sowieso. Dann gibt es noch diverse Wissenschaftler – die einen mehr, die anderen weniger sympathisch – darunter auch ein richtiger Fiesling. Und natürlich der reiche, mächtige Mann, der die Fäden in der Hand hält. Auch hier werden natürlich entsprechende Konflikte in die Handlung eingebaut, sodass diese nie an Spannung einbüßt.
Lincoln Child liefert mit Hüter des Todes einmal mehr einen spannenden Mystery-Thriller ab. Leider merkt man ein wenig, dass es einer von vielen ist. Es fehlt das gewisse Etwas, das bewirkt, dass einem das Buch noch eine Weile lang im Kopf bleibt.

Fazit: Empfehlenswert für Liebhaber mysteriöser und spannender Geschichten. Sehr gut geeignet zum Weglesen vor dem Kamin oder im Ägypten-Urlaub. ;-).

Wertung 6 von 10 Punkten

 

Roman
Lincoln Child

Wunderlich
Hardcover

384 Seiten

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