EMPFEHLUNG: DER SCHÄDELTYPOGRAPH – Jens Lossau / Jens Schumacher

In Mainz wurden wertvolle original Drucktypen des Buchdruckerfinders Johannes Gutenberg aus dem gleichnamigen Museum gestohlen. Ein Wachmann wird dabei auf spektakuläre Weise ermordet. Als kurz darauf eine beispiellose Mordserie in der Stadt beginnt, übernehmen die Sonderermittler der SK666, Tillmann Grosch und Frank Passfeller, den Fall. Diese Spezialeinheit der Polizei beschäftigt sich mit Fällen, deren Hintergründe okkulter Natur zu sein scheinen, d.h. rituelle Taten von Sektenanhängern, Satansjüngern oder sonstigen Verrückten. Was die SK666 an diesem Fall interessiert, ist, warum jemand die original Drucktypen Gutenbergs stiehlt, um sie dann dazu zu nutzen, jede Nacht aufs Neue, lateinische Beschwörungsformeln in die Schädel bemitleidenswerter Studenten zu meißeln.

Die Zusammenfassung klingt fast nach einer gewohnten Krimi-Handlung, wäre da nicht diese Sondereinheit SK666 und der Bezug zum Übernatürlichen. Es handelt sich jedoch weder um einen klassischen Kriminalroman noch um einen Mystery-Thriller. Sich einer Genre-Einordnung zu entziehen, war wohl auch das Ziel der Autoren. Empfehlenswert ist der Roman vor allem wegen des herrlich respektlosen Umgangs mit den Stereotypen des Krimigenres. Die an sich schon schrägen Ermittler folgen akribisch diversen Spuren, die sie und den Leser in die Irre führen und stolpern am Ende fast schon zufällig mitten in den Showdown hinein. Spannend und lehrreich ist das ganze trotzdem und urkomisch noch dazu.

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