DER PFUHLDRACHE – Jens Lossau/Jens Schumacher

Zum mittlerweile sechsten Mal, begibt sich das ungleiche Ermittler-Duo  – Meister Hippolit und Jorge der Troll – auf die Suche nach einem Mörder. Dieses Mal hält eine ziemlich unappetitliche Mordserie die Bewohner Nophelets in Atem. Menschen, Trolle, Zwerge, Elben – Angehörige sämtlicher in der Hauptstadt Lorgonias vertretenen Rassen müssen fürchten, vom sogenannten „Klosett-Mörder“ beim Verrichten ihres Geschäfts von innen heraus zerfetzt, geradezu in die Luft gesprengt zu werden.
Schnell ist klar, dass hierfür keine natürlichen Ursachen in Frage kommen – Thaumaturgie ist im Spiel und damit auch das Institut für investigative angewandte Thaumaturgie (I.A.I.T.) und seine Star-Ermittler.
Besonders auffällig an diesem Band ist, dass Meister Hippolit, der nach dem kompletten Verlust seiner thaumaturgischen Kräfte in Band 4 (die er jetzt langsam wieder entwickelt), recht oft Mist baut bzw. sich und seine Kollegen in brenzlige Situationen bringt. Selbst Jorge, der in diesen Fällen immer kräftig zulangt, gerät an die Grenzen seiner physischen Kräfte. Wäre da nicht eine unbekannte Macht, die das Blatt im letzten Moment wendet, hätten die beiden längst ihr Leben ausgehaucht.
So irren die Beiden lange Zeit durch die sprichwörtliche Unterwelt Nophelets und machen kaum Fortschritte, während weiterhin Bewohner der Stadt auf ihren stillen Örtchen zerfetzt werden. Nebenbei decken sie ein paar Mysterien auf, die nicht wirklich mit ihrem Fall zu tun haben – zumindest scheint es so. Jorge der Troll muss sich zudem noch mit für ihn völlig neuen familiären Problemen herumschlagen und entwickelt eine ganz neue Seite (die sein Boss Hippolit ziemlich nervig findet). Ob es ihnen dieses Mal gelingt, den Fall zu lösen, bleibt lange fraglich. Doch natürlich hält das eingespielte Autoren-Team Lossau/Schumacher wieder ein passendes und überraschendes Ende parat.
Wie auch schon die vorherigen Bände der Reihe, unterhält das Werk mit satirischen Anspielungen auf klassische Fantasy-Romane, schwarzhumorigen Bezügen zur realen Welt, und tiefgründigen Gedankenspielen eines Trolls.

Fazit: Ein Fantasy-Krimi der durch sein bemerkenswert hohes sprachliches Niveau, schräge Charaktere, viel Humor und subtile Gesellschaftskritik positiv aus der Masse heraussticht.

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