DAS WEIHNACHTSULTIMATUM von Jens Schumacher – Wie ich die Welt gerettet habe

Na gut, ich gebe zu, ich habe die Welt nur theoretisch gerettet. Bis zur eigentlichen „Deadline“, dem 24.12. habe ich es nämlich nicht geschafft, das zu durchzuspielen und alle Rätsel zu lösen. Das ist mir erst im Jahre 2021 gelungen.

Aber ich möchte allen da draußen, die vielleicht schon zweitausend Mal gescheitert sind, Mut machen. Es ist zu schaffen – mit einem langen Atem, Mut und Grips.

Heute gebe ich Euch ein paar Tipps, die euch hoffentlich ein wenig weiterbringen.

Inhalt

Am 1. Dezember erhalten die Regierungen der wichtigsten Wirtschaftsmächte ein Ultimatum von einer Terrorgruppierung namens DAEMON.

Deconstruction of Agriculture, Economy, Mass Media, Online Services and Normality

Sie fordert die Freilassung hunderter Terroristen und Schwerverbrecher sowie eine astronomische Summe in Diamanten. Andernfalls wird am 24. Dezember in 24 Metropolen auf der Erde ein innerhalb von Sekunden tödliches Giftgas freigesetzt. Die Wirksamkeit dieses Gases wurde bereits vorab in einer ländlichen Gegend der USA demonstriert.

Außerdem wurde sämtliche Telekommunikation auf dem Planeten so gut wie lahmgelegt. Es gibt kein Telefon, kein GPS und zum Großteil auch kein Internet.

Und nun seid ihr dran. Ihr seid nämlich Geheimagent – ein ziemlich guter, wie es heißt – und werdet damit beauftragt, die Terrororganisation DAEMON zu infiltrieren und herauszufinden, wie man die Katastrophe abwenden kann. Dafür habt ihr nun ganze 24 Tage Zeit.

Das Prinzip „Spielbuch“

In einem Spielbuch übernimmt der Leser die Hauptrolle und trifft nach jedem gelesenen Abschnitt die Entscheidung, wie es weitergehen soll.

Das Buch verlangt aber noch weitere Interaktion. Man muss zum Beispiel bestimmte Dinge absolvieren, Wissen oder Fähigkeiten erwerben, Gegenstände sammeln oder Personen treffen, um in der Geschichte weiterzukommen.

Gesammelte Gegenstände kann man einsetzen, wenn sie gebraucht werden aber man kann sie auch verlieren, wenn man auf einen falschen Weg oder an die falschen Leute gerät und dort z.B. überfallen und ausgeraubt wird.

Manchmal kommt es auch zu Situationen, in denen der Zufall über das Weiterkommen entscheidet. Hierfür gibt es den sogenannten Zufallsfaktor, den man mit Hilfe einer Symboltafel im Buch bei Bedarf ermitteln kann.

Das wars im Prinzip schon. Im Unterschied zu normalen Büchern liest man ein Spielbuch also nicht von vorne bis hinten durch, denn dann würde die Geschichte überhaupt keinen Sinn ergeben.

Die einzelnen Abschnitte sind zwar schön aufsteigend nummeriert aber durch die jeweiligen Entscheidungen springt man immer zu einer vorgegebenen Nummer. Die kann überall sein… So kommt es, dass man beim Lesen ständig hin und her blättert und sich zusätzlich auch noch Notizen macht – also, machen sollte.

Im Grunde ist so ein Spielbuch wie ein Computerspiel in Buchform. Nur das man hier seine eigene Fantasie bemühen muss, um sich die jeweiligen Szenen vorzustellen.

Die Ausrüstung

Das braucht ihr, wenn ihr erfolgreich Spielen wollt:

Vorne im Buch gibt es ein Einsatzprotokoll, auf dem man die Dinge notieren kann, die man während des Lesens einsammelt. Außerdem noch einen Kalender, denn man hat ja nur 24 Tage Zeit und Platz für Notizen.

Da ihr dieses Buch aber so gut wie sicher mehrmals spielen werdet, ist es sinnvoll, zusätzliche Blätter bereitzuhalten.

Außerdem braucht ihr noch einen Stift – am besten einen gut gespitzten Bleistift.

Da es auch Zahlenrätsel zu lösen gibt, empfiehlt es sich für alle, die nicht so gut im Kopfrechnen sind, einen Taschenrechner oder ein Smartphone mit entsprechender App bereitzulegen.

Ansonsten können auch kleine bunte Klebezettel ganz hilfreich sein, um sich bestimmte Stellen zu markieren und diese später schneller aufzufinden.

Die Entscheidungen

Jede Entscheidung die ihr trefft, kann euch auf einen falschen Weg führen. Dieser Weg kann euch sogar bis fast ans Ziel bringen aber am Ende werdet ihr versagen, weil ihr einen bestimmten Gegenstand oder eine wichtige Information nicht habt, die ihr auf dem richtigen Weg bekommen hättet.

Es gibt tatsächlich nur einen einzigen Weg, der zur Rettung der Welt führt.

Diesen auf Anhieb zu finden, ist aus meiner Sicht eigentlich unmöglich, wenn man nicht gerade schummelt. Aber selbst dann ist es sehr unwahrscheinlich direkt alle Entscheidungen richtig zu treffen.

Ihr müsst euch also darauf einstellen, ferne Länder zu erkunden und vielversprechende Spuren zu verfolgen und am Ende doch zu verlieren.

Es lauern wirklich überall Gefahren und bei allen Entscheidungen muss man auch noch bedenken, dass man ja nur 24 Tage Zeit hat, die Welt zu retten.

Für die Entscheidungsfindung ist es hilfreich, die Texte immer sehr genau zu lesen und sich auch die Szenen so gut wie möglich bildlich vorzustellen. Besonders in der Vorgeschichte und im ersten Abschnitt sind viele Informationen enthalten auf denen man seine persönliche Agenten-Strategie aufbauen kann.

Damit sind wir schon beim nächsten Punkt. Denkt daran, dass ihr ein erfahrener Geheimagent und es gewohnt seid, Risiken einzugehen.

Bei meinem eigenen Spiel ist mir aufgefallen, dass ich oft zu vorsichtig war und versucht habe, Risiken zu vermeiden. Doch James Bond und Co. scheuen das Risiko nicht, sie sind wagemutig und neugierig. Das ist mir erst recht spät eingefallen.

Aber Vorsicht – diese Strategie trifft nicht immer ins Schwarze.

Um nicht beim nächsten Durchgang des Buches wieder die Entscheidungen zu treffen, die ja evt. falsch waren, schreibt euch einfach mit Bleistift bei jedem Abschnitt dazu, welche Entscheidung ihr gewählt habt bzw. zu welchem Abschnitt ihr als nächstes gesprungen seid.

Alternativ könnt ihr euch euren Weg auch auf einem separaten Blatt aufschreiben und beim nächsten Mal einfach einen anderen einschlagen.

Ihr solltet euch auch nicht unbedingt ärgern, wenn ihr mehrmals von vorne anfangen müsst, denn auf jedem Weg gibt es andere, spannende Dinge zu entdecken und Orte zu erkunden. Man erlebt quasi alles, was einem Agenten so passieren kann.

Besucht man alle Länder, wenn man den richtigen Weg geht?

Die Rätsel

Auf seiner Reise durch die Welt muss man insgesamt 8 verdammt knifflige Rätsel knacken. Die haben es wirklich in sich und können einen schier zum verzweifeln bringen. Nur – wenn man sie dann doch gelöst hat, erscheint es einem natürlich sonnenklar.

Die Rätsel sind am Anfang sehr verwirrend, weil man nicht weiß, wie man sie angehen soll. Deshalb braucht man Geduld und Fantasie. Es handelt sich meist um Aufgaben, die ein paar Gehirnverrenkungen erfordern, bis man der Lösung auf die Spur kommt. Hier kann ich euch einen wichtigen Tipp geben. Schaut genau hin, schaut von oben, unten, links, rechts, schräg… Denkt daran, dass die Leute, die ihr jagt ihre Geheimnisse bestmöglich verstecken wollten aber trotzdem jederzeit auf die Lösung kommen wollten, ohne sich selbst groß anstrengen zu müssen. Scheut euch nicht davor, euer Buch dafür ein bisschen zu malträtieren. Das ist zuweilen unumgänglich, um auf die Lösung zu kommen. Aber bitte nichts abschneiden oder so – das ist nun auch wieder nicht nötig.

Schummeln

Ja, auch das ist möglich und da wärt ihr sicher auch selbst drauf gekommen. Ich gebe zu, dass ich bei den Zufallsentscheidungen das ein oder andere Mal geschummelt habe – also genau dann, wenn ich schon mal daneben lag und wusste, dass mich der betreffende nächste Abschnitt ins Verderben führen würde.

Natürlich kann man auch bei der Anzahl der verstrichenen Tage, die man im Kalender immer mal wieder wegstreichen muss schummeln oder bei den Gesundheitspunkten, die immer weniger werden, wenn man es mit seiner Risikobereitschaft übertrieben hat. Aber als aufrechter Agent greift man nicht zu solchen Mitteln. Höchstens im äußersten Notfall.

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