DAS SYNDROM – John Scalzi

Syndrom

Die Welt hat sich verändert, seit das Haden-Virus Milliarden Menschen infiziert hat und die Überlebenden mit einer veränderten Hirnstruktur zurücklässt. Für die Betroffenen ist es eine andere Art des Lebens, denn sie bleiben bei vollem Bewusstsein in ihren reglosen Körpern zurück. Um die Hadens bildet sich eine ganz neue Industrie. Und auch die Wissenschaft macht, nicht zuletzt dank staatlicher Subventionen, einen Sprung nach vorn. Neuronale Netzwerke werden entwickelt, die es den Hadens ermöglichen, mit künstlichen Körpern am Leben teilzunehmen. Die Gesellschaft wandelt sich durch diese neu entstandene Lebensform. Auch das FBI sieht  sich neuen Herausforderungen gegenüber. Durch oder an Hadens verübte Verbrechen bedürfen völlig neuer Ermittlungsmethoden und natürlich neuer Gesetze. Die Agenten Vann und Shane ermitteln in einem Mordfall an dem offensichtlich ein Haden beteiligt ist. Ob er Täter oder Opfer ist, bleibt dabei lange unklar.
Scalzis Roman ist eine Kriminalgeschichte im Science Fiction-Gewand. Das ist insofern schade, da das Ausmaß der Auswirkungen des Haden-Syndroms auf die Gesellschaft nur in einem recht kleinen Rahmen dargestellt werden kann. Zwar spielen wirtschaftliche und politische Belange eine wichtige Rolle, diese werden aber nur den speziellen Kriminalfall betreffend behandelt. Leider lässt der Roman keine große Spannung aufkommen. Dies ist einerseits den teils ausufernden technischen Beschreibungen geschuldet, anderseits den Nebenhandlungen, die wohl dazu gedacht sind, die Hauptpersonen interessanter zu machen, jedoch eher störend wirken, da sie die Handlung nicht voranbringen. „Das Syndrom“ ist dennoch ein lesenswerter Roman für Science-Fiction-Fans maßgeblich wegen der guten Idee und der originellen gesellschaftlichen Neuordnung.

(Rezension von Echo erschienen im Virus-Magazin 01/16 am 13.11.2015)

Wertung 6 von 10 Punkten

John Scalzi
Heyne TB
400 Seiten

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