DAS BARMHERZIGE FALLBEIL – Fred Vargas

Kommissar Adamsberg ermittelt im Fall zweier vermeintlicher Selbstmorde in Paris. An beiden Schauplätzen wurde eine Zeichnung entdeckt, die entfernt einer Guillotine ähnelt. Die Toten schienen außerdem miteinander bekannt zu sein. Eine lange zurückliegende und tragisch geendete Reise nach Island, verband sie offenbar.
Wie es aussieht, hat das was damals in Island passierte, immer noch Auswirkungen auf die ehemaligen Reisenden und sogar deren Nachkommen. Eine Atmosphäre der Angst ist mit diesem Thema verbunden und umfängt jeden der damit zu tun hatte. Infolge dessen hat es der Kommissar mit einer Mauer aus Schweigen und Lügen zu tun.
Die Ermittlungen in diese Richtung enden vorerst, als die Polizei vom Vorsitzenden einer geheimen Organisation, die sich mit der Geschichte der französischen Revolution beschäftigt, genauer mit der Rolle Robespierres darin, um Hilfe gebeten wird. Denn dieser ist Opfer von Morddrohungen und er kennt das Zeichen, das an den bisherigen Tatorten gefunden wurde ebenso, wie die beiden bisher aufgefundenen Toten.
Die Ermittler stoßen in die Abgründe der Geheimgesellschaft vor und finden sich umgeben von Hunderten Verdächtigen und ebenso vielen Motiven. Das gesamte Kommissariat steht vor einer schier unlösbaren Aufgabe. Da beschließt der Chef, Jean-Baptiste Adamsberg, eine Reise nach Island zu unternehmen, an den Ort der verhängnisvollen Geschehnisse in welche  die ersten beiden Toten verwickelt waren. Bei seinen Kollegen stößt das auf größtes Unverständnis. Doch Adamsberg lässt sich nicht beirren und will den Ereignissen von damals sowie dem Mythos um einen uralten isländischen Dämon auf den Grund gehen.

Wer die Romane von Fred Vargas kennt, weiß schon jetzt, dass Adamsbergs verrückte Ideen meist der Schlüssel zur Lösung sind. Doch dieses Wissen bedeutet nicht, so einfach hinter dieses geniale Konstrukt einer Geschichte blicken zu können. Der Autorin gelingt es meisterlich, die unglaublich komplexen Handlungsstränge zu einem stimmigen Gesamtbild zu vereinen und vor allem, die wahren Hintergründe bis zum Schluss zu verschleiern.
Die sehr speziellen Persönlichkeiten und Eigenarten der Mitglieder des Kommissariats, die geniale Coolness von Adamsberg, der oft für skurrile Szenen verantwortlich ist, eine unglaubliche Spannung über die gesamte Geschichte hinweg sowie ein unvergleichlicher Sprachstil machen diesen Roman zu einem Lesegenuss höchster Güte.

Autor: Fred Vargas
Verlag: Blanvalet

Wertung: 10 von 10 Punkten!

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