FROZEN – Jens Schumacher

Roman

Jens Schumacher

Loewe-Verlag
Taschenbuch
364 Seiten

Henrys Vater Donald Wilkins ist Anthropologe und verfolgt in der Antarktis die Spur einer uralten Zivilisation. Henry und ein paar Kollegen seines Vaters wollen ihm eigentlich nur einen Besuch abstatten und ein paar dringend notwendige Gerätschaften liefern – doch in der Basisstation angekommen, erfahren sie vom Verschwinden des Forschungsteams von Henrys Vater. Die Gruppe macht sich, mit Unterstützung weiterer Forscher aus der Basisstation auf die beschwerliche Suche im ewigen Eis. Was sie jedoch finden, ist beeindruckend und noch viel mehr… beängstigend. Eine uralte Ruinenstadt, völlig unbekannter Bauweise, versteckt in einem Gebirgszug, den bis dahin auch noch niemand kannte. Dies könnte eine der größten Entdeckungen der Menschheit sein – oder auch ihr Untergang, wie Henry und die anderen bald erfahren müssen.

Das Buch entführt einen gleich zu Beginn in den Dschungel von Neuguinea, wo ein sehr militärisch anmutendes Team einen Eingeborenen-Stamm überfällt und ein Artefakt raubt. Danach beginnt die Handlung um den 16jährigen Henry, der sich auf die Reise in die Antarktis und schließlich auf die Suche nach seinem Vater begibt. Dieser Teil des Buches gibt dem Leser eine Fülle an Informationen über den eisigen Kontinent, dessen Bewohner, Wetterphänomene und darüber, wie man dort überleben kann. Außerdem wird die Reise genutzt, die Charaktere auszubauen – was sehr gut gelingt, denn hier gibt das Verhalten innerhalb einer Gruppe und in einer Extremsituation dem Leser viele Möglichkeiten, sich über die einzelnen Personen klar zu werden. So gut wie alle Charaktere (des Such-Teams, wohlgemerkt) sind sympathisch bzw. jeder hat einen Teil in seiner Persönlichkeit, in dem man sich als Leser durchaus wiederfinden kann. Das führte bei mir dazu, dass ich immer am Hoffen war, das am Ende keiner von ihnen um Leben kommt. –  denn darum geht es im letzten Drittel des Buches. Erstaunlichen Entdeckungen folgen mysteriöse und grauenhafte Vorfälle. Das Tempo ist rasant und spätestens hier lässt einen das Buch nicht mehr los.

Frozen ist ein Thriller für Jugendliche – jedoch meines Erachtens ebenso für Erwachsene spannend. Es ist ein sehr ernstes Buch ohne Lovestory oder witzige Begebenheiten – und doch keineswegs depressiv, sondern eher auf Spannung, Action und viel Hintergrundinformation ausgelegt. Für meinen Geschmack ist das eine optimale Mischung. Die Stimmung passt einfach zu der eisigen Umgebung, in der die Geschichte spielt. Hier hat man keine Zeit, sich fallen zu lassen und zu heulen – es muss eben weiter gehen.
Na ja und so ganz ohne Liebe geht es natürlich auch nicht zu, denn immerhin leistet Henry Übermenschliches, solange es nur einen winzigen Hoffnungsschimmer gibt, seinen Vater retten zu können.

Fazit: Ein spannender, abenteuerlicher Fantasy-Thriller für jung und alt (und alles dazwischen) – bestens geeignet für winterliche Leseabende in gut geheizten Zimmern ;-).

Wertung 8 von 10 Punkten

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